Bevor ich selbst schreiben konnte, zeichnete ich meine Geschichten. Mein geduldiger Vater musste dann die Kopffüßlercomics nach meinem Diktat beschriften. Leider sind diese wertvollen Zeugnisse einer frühen Begabung im Schredder der Vergänglichkeit gelandet.
Als ich dann endlich selbst schreiben konnte, kritzelte ich ganze Schulhefte mit selbst ausgedachten Märchen voll, in denen immer ein Prinz und eine Prinzessin vorkamen, vor allem eine Prinzessin. Dabei war ich kompromisslos auf ein Happy-End abonniert. – Und sie lebten glücklich bis an ihr Ende. Ich mag es bis heute nicht besonders, wenn ein fiktiver Roman schlecht ausgeht. Zumindest ein Licht am Horizont muss scheinen, sonst bin ich deprimiert. Deshalb gehöre ich zu den Leuten, die immer zuerst die letzten Seiten lesen, bevor sie über ein Buch herfallen.
In der Schule beglückte ich meine Lehrer mit erfreulichen Erlebnisaufsätzen, die sie ein wenig darüber hinwegtrösteten, was ich in Mathematik vollbrachte.
Später schrieb ich als Jugendliche für die Schülerzeitung, ebenso einige Kurzgeschichten und das war’s dann für eine ganze Weile mit der Schriftstellerei. Denn nun schlug das Leben zu und ich widmete mich, wie schon gesagt, ganz
Mann, Haus und Kindern – in der Reihenfolge des Erscheinens. Durch meine Söhne kam ich dann mit der nächsten Generation von Kinderbüchern in Berührung, die ich den beiden leidenschaftlich gern vorlas.
Als die Jungs größer waren, entschloss ich mich, meinen erlernten Beruf auszuüben und wurde Lehrerin in einer oberbayrischen Grundschule. Aufs Lesen legte ich meiner Natur gemäß großen Wert und bearbeitete deshalb möglichst alle Themen mit geeigneten Texten. Da ich nun nicht immer etwas Passendes im Buchhandel fand, ging ich dazu über, diese Texte selbst zu schreiben. Meine Schulkinder waren von diesen ‚selbst gestrickten’ Geschichten so begeistert, dass ich mit einem Kinderroman begann. Während seiner Entstehung holte ich mir immer wieder Rückmeldung von meinen jungen Kritikern und die war sehr ermutigend. So ermutigend, dass ich nach Fertigstellung des ‚Werkes’ überzeugt war, es müsse unbedingt die Literaturlandschaft bereichern.
Und wurde das Buch gleich veröffentlicht?
Gott bewahre! So schnell reitet man nicht auf Pegasus! Aber wenn es Sie interessiert, hier meine ersten Erfahrungen mit dem Literatur-Geschäft: