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Wollten Sie immer schon Schriftstellerin werden?

Durchaus nicht. Bereits in zartem Jugendalter nahm ich mir vor, in die Fußstapfen meiner Vorfahren zu treten, was heißt, mich der Pädagogik zu widmen.
Bei uns in der Familie gehen die Lehrer bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück. Meine Eltern waren beide Lehrer und meine Mutter nahm mich oft in ihre Schulklasse mit.

Nach dem Abitur habe ich sehr mit Journalismus geliebäugelt – Schreiben fiel mir immer leicht. – Leider gab es damals dafür keinen Studiengang in München, sondern „nur“ eine Journalistenschule, ich aber wollte partout an der Uni studieren. Also schrieb ich mich für das Lehramt an Grundschulen ein und setzte auf das Staatsexamen ein Zweitstudium in Geschichte und Germanistik.

Wie kamen Sie zum Schreiben?

Fragen Sie mich bitte zuerst, wie ich zum Lesen kam!

Das habe ich meinen pädagogisch ambitionierten Bezugspersonen zu verdanken, die mich schon früh an Literatur heranführten.

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Schon im Kindergartenalter vermochte ich etliche Gedichte aus des Knaben Wunderhorn auswendig aufzusagen – das Verdienst meines Großvaters, eines Oberschulrats alten Schlages. Durch ihn bin ich ganz selbstverständlich mit einem altertümlichen Deutsch in Berührung gekommen, das meinen Wortschatz und mein Sprachverständnis enorm erweiterte.

Und dann gab es noch eine kugelrunde, weiche, warme Oma, die mir Märchen erzählte und mich in eine mystische Welt mitnahm.
Sobald ich selbst lesen konnte, war nichts, was sich zwischen Buchdeckeln befand, vor mir sicher und ich verschlang, neben meinem eigenen umfangreichen Bücherbestand, fast alles, was die Stadtbücherei Würzburg an altersgemäßer Literatur zu bieten hatte. Ich liebte die Figuren von Astrid Lindgren, vor allem Pippi Langstrumpf und Karlson vom Dach, die so herrlich unverschämt waren, aber auch Mary Poppins, das kleine Pünkelchen von Dick Laan und viele andere.
Als ich etwas älter war, vielleicht zehn, zwölf Jahre, begann ich, mich durch den gut bestückten Bücherschrank meiner Eltern zu lesen. Dabei graute mir vor nichts. Ich las bereits damals die Buddenbrocks – und zwar Seite für Seite!

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